Das ist Kiez

Heute bin ich, wie so viele Menschen, noch einmal einkaufen gegangen. Wie immer im kleinen Supermarkt um die Ecke. Ich stelle mich an der Kasse an und zahle. Die Mitarbeiterin wünscht mir einen guten Rutsch. Dann reicht sie mir ihre Hand entgegen: »Ich möchte mich von Ihnen verabschieden«.

Ich bin irritiert. In all den Jahren zuvor hatten wir kaum ein Wort miteinander gewechselt. Ich war einfach nur ein regelmäßiger Kunde aus der Nachbarschaft.

»Sie hören hier auf?« frage ich und ergreife ihre Hand.

Sie nickt. Ihr Gesicht sieht nicht besonders fröhlich aus. Der 31.12. ist auch ein Monatsende.

Ich wünsche ihr viel Glück. Betreten verlasse ich das Geschäft.

 

Und auf einmal ist Weihnachten

Einige singen Lieder unter dem Weihnachtsbaum, andere lesen lieber eine Weihnachtsgeschichte. Für alle, die lieber Geschichten lesen (und noch auf der Suche nach etwas Passenden sind) habe ich einen Vorschlag: Und auf einmal ist Weihnachten (zum Lesen den Link anklicken, für den Download des PDF´s die rechte Maustaste verwenden)

Viel Spaß dabei und schöne Feiertage

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Ich hab mir eine App gebaut

Nach drei Webseiten und diesem Blog auf wordpress habe ich mir heute Nachmittag auch noch eine eigene App gebastelt. Ich mach halt jeden Quatsch mit. Echt schlimm. Total unnütz. Doch ich wollte mal sehen, ob das funktioniert. Daher auch dieser Eintrag. Der ist eigentlich nur für die App und einem geplanten Vortrag im Frühjahr bestimmt. Sorry. Demnächst schreibe ich auch wieder was Sinnvolles.

Für Mutige mit zu viel Speicher auf dem Handy, hier der Link zur App: https://ghosti2.goodbarber.app/

 

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Ein Zwischenruf

Ab Januar 2020 besteht im deutschen Einzelhandel Kassenzettelpflicht. Mein bevorzugter Supermarkt hat schon jetzt umgestellt. Die freundliche und äusserst sympathische Kassiererin klagt bereits heute über den vielen Müll. 

Ich selbst versuche ja seit einiger Zeit, mit meinen bescheidenen Mitteln, Müll so gut es geht zu vermeiden. Und nun das. Warum nur?

Ach so -wegen der Steuer und so. Für ein unter Umständen nicht abgerechnetes Brötchen. Ja klar. Logisch. Muss sein. Was waren noch mal gleich Share Deals und Cum-Ex-Geschäfte? 

Ich weiß. Ich soll nicht immer diese dummen Fragen stellen (wegen meines Blutdrucks und so). Also gleiches Recht für alle. Banken und Bäcker (B&B) vereinigt euch. 

Übrigens zahle ich am liebsten elektronisch. Auch kleine Beträge, wie es in anderen Ländern längst üblich ist. Da können das Finanzamt oder ich bei Bedarf den Kassenzettel elektronisch abrufen. Sofern wir uns nicht in einem Funkloch befinden. 

Für Ausserirdische: Funklöcher sind eine spezielle deutsche Erfindung, die… DENK AN DEINEN BLUTDRUCK!

Ja, ja, is ja schon gut…

Wie es weiter ging und ein Disput mit den Beinen

Also das mit dem »über Nacht« trocken werden haben die Schuhe nicht geschafft. Gut, dass ich die Wanderstiefel eingepackt habe. Wenn ich mit der Bahn gefahren wäre, wären diese sicherlich aus Gewichtsgründen zu Hause geblieben. Ausserdem neigen sie zu Druckstellen oberhalb des Knöchels. Komischerweise haben sie dies erst seit ihrem zweiten Großeinsatz getan. Daher bin ich in den letzten Urlauben (lange her) auf leichte Trekkingschuhe umgestiegen. Reicht auch für meine Touren. Nun, da Letztere weiterhin eine gewisse Feuchtigkeit aufweisen, müssen die Wanderstiefel halt ran. Und sie zeigen sich gnädig. Die Druckstellen halten sich in minimalen Grenzen. 

Die Stiefel führten mich auf den Gletscher. Zumindest zu dem Teil, der noch übrig ist. Traurig anzusehen, wie dieser in den letzten Jahren immer mehr verschwindet. Ich blickte ziemlich fassungslos auf die Reste. Das muss man mir angesehen haben. Ein Mann sprach mich an. Ich erklärte, was mich so erschreckte. Er meinte nur: „Ja, da bei dem Klimawandel hat jeder seine Auffassung. Doch er verstehe gar nicht, warum Gletscher überhaupt wichtig sind. Und das es wärmer wird habe doch Vorteile. Man müsse weniger Heizen. Das spart doch Energie und wer möchte schon im Mai noch die Heizung andrehen.“ 

Das hat der Depp echt so gesagt. Kann man sich nicht ausdenken. Ich war fassungslos und wendete mich ab und dem Tal zu.

Der nächste Tag hatte etwas mehr Sonne und ich bin mit der Seilbahn hinauf und zur Starkenburger Hütte gelaufen. Das mit den Seilbahnen ist recht bequem. Es gibt eine sogenannte Staubai Card. Die kostet 68 Euro und man kann die Busse im Tal, sogar bis nach Innsbruck nutzen. Ausserdem kann man die Karte an jeder Seilbahn einmal am Tag für eine Berg- und Talfahrt verwenden. Alleine die Gletscherfahrt kostet ja schon 27 Euro. Das rechnet sich. Der »Haken« bei der Sache: Die Karte kann man nur an 5 von 7 Gültigkeitstagen nutzen. 7 Wandertage bin ich hier. 4 x habe ich die Karte nun schon verwendet. Also muss ich mir an 2 Tagen ein »alternativ Programm« aussuchen. Und heute war einer dieser Alternativtage. Ich bin zu Fuss von Schaller bis zur Elferhütte gelaufen. Das Wetter war bewölkt, sehr nebelig – doch trocken. Aufgrund der Regengefahr wählte ich einen bequemen Forstweg. Die Tour hat Spass gemacht. Durch den dichten Nebel zu laufen ist schon ein Erlebnis für sich. Ingesamt waren es 1000 Höhenmeter, die mich meine Wanderstiefel erfolgreich nach oben gebracht haben. Dann ging es wieder 1000 Höhenmeter hinab. Insgesamt 6 1/2 Stunden gelaufen. War doch ganz schön anstrengend. Besonders, weil ich am Schluss noch mal aufs Tempo gedrückt habe. Ein Schauer kündigte sich an und ich wollte trocken bleiben. Geschafft. Alles gut. 

Ab unter die Dusche. Bis zum Abendessen war es noch etwas hin. Ich legte mich ins Bett. So ein kleines Powernapping soll ja nicht verkehrt sein. Doch leider kam es dabei im Nachgang zu einem Missverständnis mit meinen Beinen:

Ich: Also los, aufstehen.

Beine: Wie aufstehen? Wir dachten es ist Feierabend.

Ich: Nee, das war nur ein Mittagsschlaf. Feierabend ist gleich. Vorher geht es noch zum Abendessen. Ich habe Hunger und Durst. 

Beine: Du vielleicht. Wir nicht.

Ich: Soll ich mir etwa das Essen ans Bett bringen lassen?

Beine: Wenn das geht.

Ich: Das war ein Scherz. Nein, das geht nicht.

Beine: Uns doch egal.

Ich: Was soll das jetzt? Die paar Schritte. 

Beine: Nö. Feierabend.

Ich: Keine weitere Diskussion. Aufstehen. Ich bin der Boss.

Beine: Echt jetzt?

Ich: JA!

Beine: Du wirst schon sehen, was du davon hast.

Ich hatte in dem Moment keine Ahnung, was die Beine damit meinten. Ich zog mir meine Jeans an und ging zur Treppe, um nach draussen zu gehen. Schon bei der ersten Stufe machten mir die Beine deutlich was sie kurz zuvor angedeutet hatten. Es war ein Gefühl zwischen stechendem Schmerz und totaler Taubheit. Die Beine wollten mir mit all ihrer  Macht klar machen, wer der Herr im Hause ist. Egal. Ich schaffe das. Zweite Stufe. Der Rücken zeigt sich mit den Beinen solidarisch und sendet einen kleinen aber feinen Schmerz durch den Körper. Dritte Stufe. Das eine Knie versagt seinen Dienst. Vierte Stufe. Das andere Knie meint das Gleiche tun zu müssen. 

Ich: Bitte, ich habe Hunger.

Beine: Und wir sind müde.

Ich: Was kann ich dafür, dass die Karte nur an 5 Tagen gültig ist. Es geht nicht jeden Tag mit der Seilbahn nach oben.

Beine: Nicht unser Problem.

Ich: Ich kann beim nächsten Urlaub auch ganz auf die Karte verzichten. Dann müßt ihr jeden Tag so wie heute ran.

Beine: Das machst du doch nicht.

Ich: Wollt ihr es darauf ankommen lassen?

Beine: Wieviele Stufen noch? 

Ich: 5

Beine: Menno.

Ich: Und morgen könnte ich vom Tal bis zur… das sind 1500 Höhenmeter.

Beine: Mpfff.

Ich: Wie bitte?

Beine: Wir gehen ja schon.

Nach einem gemütlichen Abendessen und zwei Glas Bier sind wir wieder friedlich zurück. Geht doch. 

2-3 Minuten

Heute war ein wunderschöner Tag zum Laufen. Nicht zu kalt und nicht zu heiß. Sonne und ein paar Wolken. Ich genoss einen schönen Panoramaweg. Gegen Mittag kehrte ich auf ein Erfrischungsgetränk auf einer Alm ein. Alles gut. Am späteren Nachmittag machte ich mich zurück auf den Weg zum Gasthof. Im Tal war es fast schon wieder etwas zu warm. Am Talbach lies es sich aushalten. Dann kam Wind auf. Vom Gletscher zogen nun doch ein paar (sehr) dunkle Wolken Richtung Tal. Nun, es ist ja nicht mehr weit. Dann ein Donner. Jetzt aber schnell. Ein paar Tropfen fallen. Das wird schon. Es sind nur noch ein paar Minuten. Dann öffnet der Himmel schlagartig seine Schleusen. Schnell die Regenjacke aus dem Rucksack geholt – doch zu spät. Von oben kommt eine Sturzflut. Innerhalb von Sekunden bin ich komplett durchnässt. Als ob ich im Bach geschwommen wäre. Noch 2-3 Minuten bis zum Gasthof. Die Strasse vor dem Gasthof ist ein kleiner Wasserfall. Die Schuhe sind komplett durchnässt. Klitschnass komme ich an. 2- 3 Minuten und alles wäre kein Problem gewesen. Nun tropfen die Klamotten in der Dusche vor sich hin. 

 Zum Abendessen kam dann sogar wieder etwas die Sonne raus. Ich bin gespannt, wie die Schuhe das über Nacht mit dem trocken werden hinkriegen.