Der Juni Hitzerekord ist gebrochen oder die Kleiderfrage in Zeiten des Klimawandels

Im brandenburgischen Coschen wurden heute 38,6 Grad Celsius gemessen. Damit fiel die Höchstmarke aus dem Jahr 1947, die irgendwo in Baden Württemberg erreicht wurde. So meldet es der Berliner Tagesspiegel. In Berlin selbst ist es nicht viel kühler. 35 Grad haben wir locker. Im Schatten. Wer in der Sonne sitzt bekommt die Folgen des Klimawandels direkt in die Haut gebrannt.

Ja, ihr Besserwisser. Wetter ist kein Klima. Das weiß ich auch. Doch schon letztes Jahr war es irre heiß. Im Winter habe ich nicht einmal die Heizung anstellen müssen. Also erzähle mir niemand etwas. Das schwedische Mädchen hat einfach recht. Basta.

Neben den Auswirkungen auf unsere Umwelt und unsere Gesundheit hat der Klimawandel weitere furchtbare Folgen. Besonders an so heißen Tagen wie diesen. Denn: wir sind mental einfach nicht darauf vorbereitet mit so heißen Temperaturen umzugehen. Was heißt mental. Wir (in Berlin/Deutschland) können damit überhaupt nicht umgehen. Zwar geben uns sogenannte Experten in den Medien zahlreich Tipps, wie man sich verhalten soll, doch irgendwie kommt das nicht an. Und noch etwas dazu, was uns hoffnungslos überfordert: Die Kleiderfrage. 

Wir haben keine Kenntnis davon und auch keine Kultur darüber, wie man sich an so heißen Tagen in der Öffentlichkeit kleidet. Ich nehme mich da gar nicht aus. Ich komme gerade vom Einkaufen. Ich brauchte Nahrung und Flüssigkeit. Die Bilder, die ich sah waren…

Halbnackte, spärlich mit schmuddeligen T-Shirts und den letzten kurzen Hosen, die man grad noch so im Schrank gefunden hat, bekleidete Menschen mühen sich durch die Strassen und Geschäfte. Passende sommerliche Kleidung kaufen? Warum? Hier? Wir sind doch nicht in Italien oder sonst wo. Für die paar Tage? Das lohnt nicht. 

Genau und so sieht es dann auch aus. Der menschliche Körper ist nicht immer der Schönste. Ihn durch Kleider zu verhüllen hat auch ästhetische Gründe. Das ist übrigens keine Frage des Alters. Der nahe See zieht im Augenblick viele Jugendliche aus der Stadt  an, die ein erfrischendes Bad nehmen wollen. Der Altersdurchschnitt auf den Strasse verjüngt sich in diesen Tagen dramatisch. Doch auch Jugend schützt nicht vor den Zerfallserscheinungen der Zivilisation. Für Menschen meiner Generation gilt das sowieso. 

Großes Mitleid habe ich im Moment mit den Werktätigen. Denn auch in der Arbeitswelt ist der Klimawandel noch nicht angekommen. Ich habe zur Zeit das Glück »Home Office mäßig tätig« unterwegs zu sein. Doch wer in ein Büro muss, kann es nicht vermeiden sich halbwegs anzuziehen. Arbeitszeiten zu ändern ist bei uns nicht vorgesehen. Während also zur U-Bahn vom See Sand verschmierte, halbnackte Jugendliche strömen, entsteigen der nicht klimatisierten Bahn viel zu dick gekleidete Werktätige und genau so riecht es, wenn man an ihnen vorbei läuft. 

Also auch das sind Folgekosten des Klimawandels: Wir müssen uns komplett neu einkleiden. Das freut natürlich die Wirtschaft. Genauso wie sie (die Wirtschaft) sich über Abwrackprämien und Dieselskandale vergnügt die Hände reibt. 

Doch was müssen wir uns überhaupt an Kleidung zulegen? Luftiges aus Seide? Die armen Raupen. Ist das überhaupt vegan? Oder leichte moderne atmungsaktive, aus Kunststoffen gefertigte, Hemden? Ich höre den (Auf-)Schrei: Mikroplastik!

Ich bin ratlos und sowieso Plei… knapp bei Kasse, bleibe also bei meinen in die Jahre gekommenen Klamotten und verlasse die Wohnung möglichst nur nach Einbruch der Dunkelheit. Zum Einkaufen natürlich nicht. Denn auch die langen Öffnungszeiten ändern nichts an den zur Zeit längsten Tagen des Jahres. Irgendwann muss ich ja mal Nahrung kaufen, auch wenn ich nicht soviel Hunger habe.

Draussen kommt Wind auf. In irgendeiner Meldung lese ich etwas von einem Temperatursturz für Morgen. 25 Grad. 

25 Grad! und das Ende Juni! Einen neue Eiszeit bricht an! Wir müssen etwas dagegen tun! 

Nur was? Lagerfeuer anzünden? Ich bleibe ratlos…

Ist aber auch warm heute…

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Ein neuer DSL-Anschluss steht ins Haus

Es ist Sommer. Die Handwerker lärmen mal wieder auf dem Balkon. Die Bauarbeiten am Haus ziehen sich nun schon über ein Jahr. Es nervt. Doch es ist viel zu heiß, um nach draussen zu gehen. Also bleibe ich in der Wohnung. Da läßt es sich bezüglich der Temperaturen aushalten. Ausserdem muss ich mal wieder etwas »nichtfachliches« schreiben. 

Also, wie in der Überschrift angedeutet, bekomme ich demnächst einen neuen DSL-Anschluss. Inklusive Anbieter-Wechsel. Langjährige Leser erinnern sich vielleicht noch an die Geschichte mit Arcor und werden mit den Augen rollen. Doch keine Angst. So dramatisch ist es diesmal nicht. Noch nicht. Doch am 08.07. ist es soweit. Dann soll der neue Anschluss geschaltet werden. Ich bin schon total aufgeregt. Wird alles klappen? Wie viele Stunden werde ich damit verbringen alle Geräte zu konfigurieren? Werde ich je wieder im Internet surfen können? Fragen über Fragen, die mich schon seit Wochen nicht mehr schlafen lassen. 

Doch wie kam es überhaupt dazu?

Im Jahre 2005 (ja, solange ist das mit der Arcor-Geschichte schon her) wurde ich Kunde der Deutschen Telekom. Eigentlich folgerichtig, schließlich gehört mir ja ein Teil des Ladens. (Ich habe vor Urzeiten mal eine Handvoll Aktien von der Firma erstanden). Damals fing ich klein an, mit einer einfachen DSL 2000 Leitung. Im Laufe der Jahre wurde der Anschluss weiter ausgebaut. Am Ende (seit 2013) waren es 16 Mbit für 34,94 Euro Brutto. Hat auch alles ganz gut funktioniert. Soweit, so gut. 

In letzter Zeit las ich dann verschiedene Artikel, das die Deutsche Telekom ihr Netz komplett auf IP-Telefonie umstellen möchte. »Von mir aus«, dachte ich, »Kann ja nicht schaden«. Leider las ich auch, dass das Unternehmen im Zuge dessen viele der noch existierenden Altverträge, wie meinen Call &Surf Basic, erneuern möchte. »Mhmm«, dachte ich nun. »Ich bin ein alter, ehemals blonder und nun weißhaariger Mann in den Wechseljahren. Umstellungen liegen mir nicht.« Aber das waren ja nur Artikel in den Medien. Abwarten, was wirklich kommt.

Am 02.04.19 fand ich dann ein Schreiben der Telekom im Briefkasten, dass die Umstellung auch bei mir nun anstehe. Man teilte mir mit, dass im Zuge der Umstellung mein Call & Surf Vertrag aus rechtlichen Gründen von Seiten der Telekom gekündigt werden müsse. Doch da man mich als treuen Kunden gerne behalten wollte, machte man mir ein Angebot in Form eines dieser Magenta Verträge. Inhaltlich entsprach dieser, bezüglich der Kosten und Leistungen, meinem Altvertrag. Die 200 Telefon Freiminuten ins Festnetz wurden sogar in eine Flatrate umgewandelt. Ich müsse dazu aber einen neuen Vertrag abschliessen. Sonst nichts weiter. Telefonnummer bleibt, wie sie ist; die monatlichen Gebühren auch; neu konfigurieren müsse ich angeblich auch nichts – also alles easy?

Naja. Die Sache hatte einen kleinen Haken. Der neue Magenta-Vertrag hätte eine Mindestlaufzeit von 24 Monaten (statt aktuell 12) gehabt, so wie es für Neuverträge üblich ist. Und? könnte man fragen, Du hättest den alten Vertrag wahrscheinlich (aus Faulheit) nie gekündigt. Kann doch egal sein. 

Im Prinzip ja. 

Halt nur im Prinzip. Was meinen Gerechtigkeitssinn ärgerte war, dass ich bei jedem Telekommunikations-Anbieter (auch der Telekom) bei einem Neuvertrag eine tolle Prämie erhalte – doch in diesem Fall nicht. Also wenn ich sowie schon einen Neuvertrag abschliessen muss, warum sollte ich den bei der Telekom beantragen und nicht bei einem anderen (und meist günstigeren) Anbieter, inklusive einer attraktiven Prämie?

Das Schreiben der Telekom verwies bei diesen Rückfragen auf a) eine kostenlose Hotline. Warteschleife. Also b) Internet. Doch dort fand ich keine Antwort auf meine Frage. Daher wählte ich letztendlich das Angebot c) aus dem Anschreiben: Besuch im Telekom Shop. Die freundliche Mitarbeiterin notierte sich mein Anliegen. Doch auf meine Frage nach dem »warum« konnte sie nur antworten: »Ist halt das Original und eine Umstellungsgebühr entfällt.«

Es war ja nicht so, dass ich nicht gewillt war weiter Kunde bei der Telekom zu bleiben. Nach der wenig befriedigen Antwort aus dem Telekom Shop ging ich noch einmal auf die Internetseite des Unternehmens und beschloss dort die Frage nach dem »warum« per E-Mail  zu stellen. Die Kontaktformulare auf den Webseiten großer Unternehmen sind eine Story für sich. Am Ende wählte ich die Rubrik »Sonstiges« und stellte meine Frage nach dem »warum«.

Die Antwort:

Sehr geehrter Herr Geist,

schön, dass Sie sich für günstigere Tarife und DSL mit mind. 16 mbit (besser 50) interessieren.

Um das beste Angebot zu bekommen, empfehle ich Ihnen unsere Hotlinenummer 0800 330 1000 für treue Kunden anzurufen.

Meine Kollegen werden ein personalisiertes Angebot für Sie finden. Nur diese Kollegen sind beauftragt ein attraktives Angebot gemäß Ihrem Kundenprofil zu erstellen.

Falls Sie weitere Fragen oder Anliegen haben, stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Viele Grüße und noch einen schönen Tag

i. A. (Name von mir gelöscht)

Kundenservice der Telekom 

  Waren Sie zufrieden mit uns? Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung.

Nein, ich war nicht zufrieden. Es gibt so Momente im Leben, wo ein Tropfen das Fass zum Überlaufen bringt. In diesem Fall waren es zwei Tropfen.

1.  stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Natürlich war das eine »no reply« E-Mail. Ich frage mich immer, was diese angeblich personalisierten Mails sollen. Diese plumpen Versuche, frei nach dem Motto: »wir nehmen Ihr Anliegen persönlich ernst«, ärgern mich nur noch. Mir ist es doch egal, ob ein Mensch oder Roboter antwortet, ich will nur eine gescheite Antwort auf meine Frage. Doch die  kam gar nicht. Sondern:

2. und für das Überlaufen entscheidender: Die Hotlinenummer war eine andere, wie im ursprünglichen Schreiben der Telekom, welches mich bereits als »treuen Kunden« umwarb. Warum wurde mir nicht gleich diese spezielle Nummer genannt? 

Nur diese Kollegen sind beauftragt ein attraktives Angebot gemäß Ihrem Kundenprofil zu erstellen. Der Verdacht liegt nahe, dass unter dieser Nummer die »Meckerköpfe« (Kundenprofil) durch eine eigens geschulte task force betreut werden. Und auch so etwas ärgert mich maßlos. Muss man denn immer nur Meckern und Maulen bis man ein vernünftiges Angebot erhält? Werden all die, die nicht ständig laut schreien, nicht laufend über den Tisch gezogen? Frei nach der Devise: Mit euch friedlichen Lämmern können wir es ja machen… also erstmal so versuchen…Und muss ich mir nicht mein gesammeltes Wissen über Verkauf und Beschwerdemanagement ins Gedächtnis rufen und am besten noch einmal trainieren, bevor ich mich dort melde, damit ich auch eine passende Lösung erhalte? Und was ist, wenn ein Kunde gar nicht dieses »Wissen« hat? 

Jaaaa -die anderen sind auch nicht besser. Ist mir auch klar. So naiv bin ich nun auch wieder nicht.

Trotzdem habe ich nicht dort angerufen und mich für einen anderen Weg entschieden. Doch dazu mehr in der nächsten Folge von : Stephan sucht einen neuen DSL-Anbieter

Dieser Beitrag ist nach aktuellen Standards eh schon viel zu lang. Ist aber auch noch immer so warm draussen. Man, man man…

Die Tüten-Tüte

Ich habe heute mal wieder meinen Flur sauber gemacht. Also so richtig. So gründlich macht man das ja nicht jedesmal. Da muss die kleine Kommode weggeschoben werden, alle Schuhe werden weggeräumt und auch der Kleiderständer für die Jacken verschwindet für eine Weile im Wohnzimmer, solange der Boden nach dem Wischen noch trocknet. Dabei ist mir meine Tüten-Tüte in die Hände gefallen.

So eine Tüten-Tüte findet sich in jedem Haushalt. Darin sammelt man Taschen und Einkaufstüten. Die Menschen sind umweltbewußt geworden und eine Einkaufstüte sollte man öfter verwenden, um Plastikmüll zu vermeiden. Ausserdem werden einem heute auch an allen Ecken wieder Stoffbeutel angeboten. Einen Stoffbeutel kann man auf gar keinem Fall einfach wegwerfen. Und da sind nicht zuletzt die großen blauen Kunststofftüten des schwedischen Möbelhauses. Die hat man teuer bezahlt. Also hebt man diese Beutel und Tüten für den nächsten Einkauf auf.

Natürlich kommt es immer anders. Wer kennt nicht diesen typischen Samstagsvormittagssatz: »Du Schatz, wir brauchen noch Teelichter, lass uns doch noch schnell bei Ikea vorbeifahren«. 

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass kein Mensch in der Lage ist beim Schweden »nur« eine Packung Teelichter zu kaufen. Diese werden dort subventioniert angeboten, damit die Menschen noch dutzende andere Dinge erwerben, die sie eigentlich nicht benötigen. Und selbstverständlich hat niemand in diesem Moment die blaue Tasche vom letzten Einkauf dabei. Die ist wie immer in der Tüten-Tüte geblieben. Also ersteht man einen weiteren blauen Beutel. 

Wie immer. Natürlich legen sich die Menschen dann gerne eine Entschuldigung zurecht: »Das macht nix, Schatz. Die Tüte verwenden wir, um die Pfandflaschen zu sammeln.« Natürlich ist das Selbstbetrug. Denn die Flaschen werden längst in der Tüte vom letzten Einkauf gesammelt. Also wandert diese, wie all die anderen vielen Tüten und Beutel, die man spontan erstanden hat in der Tüten-Tüte.

Ich komme noch aus einer Zeit, in der man Plastiktüten umsonst im Supermarkt bekam. Die sind natürlich lange vorbei. Damals hatte man die Plastiktüten oft als Müllbeutel verwendet. Sinnvollerweise gehören diese Umsonst-Tüten der Vergangenheit an. Heute muss man dafür teuer bezahlen. Doch eine Mülltüte für 50 Cent? Macht keiner. Also sammelt man auch diese Taschen in der Tüten-Tüte. Natürlich immer oben auf. 

Der Mensch kann nichts dafür, er ist so.

Und so sammeln sich im Laufe der Jahre am Boden der Tüten-Tüte Plastiktaschen an, die fast schon kulturhistorischen Wert haben. Nicht selten findet man dort Plastiktüten längst nicht mehr existierender Supermarkt-Ketten. Also, die würde man finden, wenn man danach sucht. Macht man aber nicht. Lieber legt man sich eine zweite oder dritte Tüten-Tüte zu und sammelt weiter. Da sind Menschen wie Eichhörnchen. Und wie Eichhörnchen vergessen dann die Menschen, dass es eine Tüten-Tüte Nummer eins gibt. Das Problem dabei ist: Plastik ist zwar nahezu unverwüstbar, aber halt nur nahezu. Irgendwann werden diese alten Tüten irgendwie anders. Klebrig oder verfärben sich. Mit so einer Tüte geht man natürlich nicht mehr einkaufen. Und dann schmeißt man die komplette Tüten-Tüte irgendwann weg. Zum Beispiel, wenn man den Flur mal so richtig saubermacht und einem Tüten-Tüte Nummer Eins in die Hände fällt. 

Also weg damit. Aber erst, wenn es dunkel geworden ist. Es ist ja inzwischen ziemlich peinlich mit soviel Plastikmüll vom Nachbarn erwischt zu werden. Und natürlich gelobe ich feierlich Besserung und werde in Zukunft an meine Tüten-Tüte denken, bevor ich einkaufen gehe. 

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Berliner Winter

Dank der angekündigten wochenlangen Kältewelle (heute Mittag waren es schon arktische 5 Grad (plus natürlich)) blieb eine größere Schneekatastrophe aus. Was die zahlreichen Räumdienste nicht daran hinderte noch in der Nacht die Schneemassen zu beseitigen. Anscheinend geht das nur mit dem gleichzeitigen Ausbringen von Sand, Kies oder der Gleichen, um zu verhindern, dass jemand ausrutscht. Leider hat das auch zur Folge, dass nun die Gehwege mit einer durchgehenden (und sehr rutschigen) Schlammschicht bedeckt sind, die man unweigerlich mit in die Wohnung schleppt, wenn man draussen war. Das ist ärgerlich, da ich erst gestern alle Böden in der Wohnung gewischt habe.

Ansonsten ist der Himmel konstant grau. Also nicht Hellgrau im Wechsel mit Dunkelgrau oder Trübgrau, sondern nur grau. Es ist ein einheitliches, sich nicht änderndes Trauriggrau. Dazu tröpfelt es etwas. Kein richtiger Nieselregen, sondern nur willkürlich fallende Tropfen. Doch es reicht um unsere in einem bedenklichen Zustand befindlichen Gehwege und Strassen in ein Pfützenmeer zu verwandeln. Was wiederum zur Folge hat, dass man sich permanent entscheiden muss, ob man seine Schritte in den Schlamm oder gleich ins Wasser setzt. Wichtig dabei ist, nicht zu dicht an der Strasse zu laufen, da die durch die Autos aufspritzende Schlammgischt sonst die Klamotten komplett einsaut. 

Also ein typischer Berliner Winter. Den man keinesfalls unterschätzen darf. Die Behörden warnen selbstverständlich vor dem Betreten der Seen. Immerhin hatten wir schon zwei Nächte mit Minusgraden zu überstehen. Die Warnung erfolgt sehr zu Recht, da der gemeine Berliner selbstverständlich die Schlittschuhe aus dem Keller holt, sobald sich eine hauchdünne Eisschicht auf einem Tümpel oder See gebildet hat. Auch eine geschlossene nächtliche Schneedecke von ca. 0,2 cm ist ein mediales Ereignis und die Bevölkerung wird nicht nur von den Boulevardblättern auf eine neue Eiszeit vorbereitet. Gott sei Dank fiel der Schnee in der Nacht und es war wenig Verkehr auf den Strassen. So wurde ein Verkehrschaos vermieden. Als Stadtmensch ist der Berliner Autofahrer prinzipiell skeptisch, was die Verwendung von Winterreifen angeht. (Die wollen nur Geld machen – abba nich mit mir).

Um diese traurige Jahreszeit zu überstehen war ich vorhin einkaufen. Ich habe verzweifelt versucht so etwas wie Vitamine zu erstehen, um irgendwie zu überleben. Leider ist das Angebot genauso grau wie der Himmel. Oder so teuer, dass man (ich) es mir nicht leisten kann. Um mich vor Skorbut zu schützen habe ich dann ein paar Zitronen gekauft, deren Ökobilanz zum Himmel schreit. Das Gleiche gilt für die roten Paprikaschoten, die im Sonderangebot waren. Was soll man machen. Irgendwie muss man (ich) sich ja ernähren, ohne all zu sehr unter Mangelerscheinungen zu leiden. 

Vor dem Essen muss ich aber erst mal alle Böden in der Wohnung wischen (siehe oben) und hoffe das dieser unendlich lange und strenge Winter bald vorbei geht und ich wieder auf dem Balkon die Sonne geniessen kann. Sofern diese leidigen Bauarbeiten irgendwann beendet sind. Aber das ist eine andere Geschichte…

Der eigentliche Skandal der DSGVO

Über die Auswirkungen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wird in den Medien zahlreich berichtet. Da ich als Betreiber eines Blogs und einer Webseite selber betroffen bin verfolge ich die Diskussion intensiv. Und vieles dabei ärgert mich. Mir geht es nicht so sehr darum, ob wir im Internet Regeln benötigen und wie diese aussehen sollen. Mich ärgert bei dieser Verordnung die Art und Weise, wie Menschen damit konfrontiert werden. 

In einem Artikel des Tagesspiegel vom 20. Mai 2018 fand ich- nicht zum ersten mal einen Satz, der für mich den eigentlichen Skandal der Verordnung kennzeichnet: Auch spezialisierte Anwälte sagen zudem, dass sich erst noch zeigen muss, wie genau bestimmte Artikel interpretiert werden müssen.

Werde ich nun durch die DSGVO zu einem Versuchskaninchen für- ja für wen eigentlich? Politiker? Juristen?

Im Grunde bedeutet dieser Satz: Wir haben ein Gesetz, wissen aber nicht, was es bedeutet. Oder bildhaft formuliert: Wir haben da ein tolles Auto für sie gebaut. Wie das mit den Bremsen funktioniert wird sich dann in der Zukunft zeigen. 

Die DSGVO ist dabei beispielhaft für viele andere Gesetze. Wie viele tausend Urteile gehen alljährlich in die nächste Instanz? Müssten Richter nicht sofort und eindeutig (er)klären können was Recht und was Unrecht ist? Wenn diese das schon nicht können, wie soll ich dann selber wissen, was erlaubt ist und was nicht? 

Unwissenheit schützt nicht vor Strafe. Gut, aber wie soll ich mich sachkundig machen und gesetzestreu verhalten, wenn mir nicht einmal Experten mit Gewissheit sagen können was richtig ist?

Kann ich überhaupt gegen ein Gesetz verstossen und dafür bestraft werden, das erkennbar nicht fertig ausformuliert ist? Und, wie soll jemand seinen Kindern beibringen wie man sich in unserer Gesellschaft richtig verhält, wenn dies nicht einmal für Juristen eindeutig möglich ist? 

Ein anderer Umstand bei der Einführung der DSGVO stört mein Rechtsempfinden.

In dem Artikel findet sich folgende Aussage: »Die Datenschützer haben schon deutlich gemacht, dass sie nicht vorhaben, jetzt bei den kleinen Bloggern die Türen einzutreten und hohe Bußgelder zu verhängen«, sagt Jan Philipp Albrecht, Europaabgeordneter der Grünen. 

Ein Satz, der beruhigen soll, doch eigentlich eine Ungeheuerlichkeit beinhaltet. Denn die Aussage bedeutet übersetzt: Wir können, aber wir werden (wahrscheinlich) nicht. Wenn das stimmt, bin ich in Zukunft abhängig von der individuellen Gnade eines Behördenmitarbeiters oder Politikers.

Im Weiteren lese ich, dass sich die Datenschutzbehörden »erst auf Unternehmen konzentrieren, die persönliche Daten im großen Stil verarbeiten und deren Geschäftsmodell darauf beruht, private Daten zu verkaufen und zu Geld zu machen« (Vera Jourová, EU-Justizkommissarin)

Wenn ich jetzt Marc Zuckerberg wäre, wäre ich richtig sauer. Das verstößt gegen jeden Gleichheitsgrundsatz. Entweder etwas ist verboten oder nicht. Der kleine Herr Geist darf klauen, Herr Zuckerberg aber nicht? Es bedeutet: Die Großen hängt man, die Kleinen lässt man laufen. Das ist genauso falsch, wie das umgekehrte Prinzip.

Es hilft mir auch nicht, wenn gesagt wird die Behörden haben gar nicht die Kapazitäten jeden zu kontrollieren. Was ist das für ein Gesetz? Ich beschließe etwas und weiß, dass es nicht umsetzbar sein wird. Was soll das? Und nur weil etwas nicht verfolgt werden kann, wird ein Fehlverhalten ja nicht richtiger. Dazu kommt, die Behörden haben vielleicht nicht die Kapazität, aber die vielen Abmahnanwälte schon. Die Konsequenz ist eine Klagewelle zu Lasten der Bürger und kleinen Unternehmen, mit einer jetzt schon beklagten Überlastung der Gerichte.

Noch einmal: Politiker machen Gesetze (teilweise müssen sie dazu von Gerichten gezwungen werden), doch Inhalte und Ausführungen bleiben im Unklaren. Ein Beispiel dafür ist das Berliner Hundegesetz. Seit dem 22. Juli 2016! ist es in Kraft (Auftrag erfüllt), doch die Verordnungen für die Umsetzung fehlen bis heute. Und wer sich das Gesetz anschaut wird selbst als Laie erkennen, dass vieles davon niemals praktisch umsetzbar sein wird. Es entsteht quasi per Gesetz ein rechtsfreier Raum, der es vollkommen willkürlich macht, ob ein Bürger betroffen ist oder nicht. 

Ja – Gesetze und Regelungen müssen sein. Doch sollten sie so formuliert werden, dass sie auch allgemeine Gültigkeit haben können. Die DSGVO sieht vor, dass Datenschutzbestimmungen verständlich formuliert werden, was auch immer dies genau bedeutet. Vielleicht sollten sich die Gesetzesmacher erst einmal darum kümmern Gesetze und Verordnungen so zu formulieren, dass diese wenigstens für sie selber eindeutig verständlich sind. Und das betrifft nicht nur die DSGVO.

Ich hab da mal ne Frage

Kennt Ihr das auch? Ihr surft bei Eurem Lieblings-Onlinehändler und seht Mitteilungen, wie: Käufer kauften auch…oder Ihr seht Nachrichten wie: 5 auf Lager; beziehungsweise: Sofort lieferbar.hugendu.jpeg

Und das bei einem Buch, das nur auf Bestellung gedruckt wird? Wenn ich mir meine Abrechnung anschaue wundere ich mich.

Man (Autor) hat immer das Gefühl, dass gemogelt wird. Daher meine Frage: Wer hat das Buch Friedolin im Dezember/Januar wo bestellt und wann wurde es geliefert?

Ihr könnt anonym Eure Antworten schicken unter :https://obstgekauft.wordpress.com/kontakt/

Ihr müßt wirklich nur das Kommentarfeld ausfüllen.

Vielen Dank